Corruption is a constant presence in the lives of people around the world. And poor families are hit hardest by demands for bribes. These are the unsettling results of the Global Corruption Barometer 2007, published by Transparency International (TI) on 6 December, ahead of International Anti-corruption Day. After five years of surveying the general public’s views and experiences of corruption, the report shows that bribery is still prevalent in many countries, but that citizens are increasingly demanding accountability from their governments.

Nach der Definition von Transparency International ist Korruption der Missbrauch von anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil. Das Wort Korruption stammt vom lateinischen Wort corrumpere und bedeutet verderben, vernichten, bestechen.

Welche Länder am korruptesten sind

Als korrupteste Staaten führt Transparency Albanien und Senegal auf. 30 Prozent der dort Befragten hätten von Bestechungsforderungen berichtet.

Auch in Kambodscha, Kamerun, Mazedonien, Kosovo, Nigeria, Pakistan, den Philippinen und Rumänien müssen die Menschen häufig mit Zahlungen unter der Hand nachhelfen, wenn sie etwas erreichen wollen.

Regionale Unterschiede
Mehr als jeder zehnte der gut 63.000 befragten Bürger aus 60 Ländern gab an, dass er im letzten Jahr wenigstens einmal Schmiergeld bezahlen musste. TI zufolge stehen Polizei und Justiz an der Spitze der korrupten Einrichtungen, allerdings gibt es starke regionale Unterschiede.

In Europa etwa seien Geldforderungen im Gesundheitswesen verbreitet, in Asien und Nordamerika in der Justiz, in Afrika und Osteuropa in Bildungs- und Gesundheitswesen.

Arme Familien sind weltweit am häufigsten Opfer von Korruption. Das geht aus dem “Global Corruption Barometer” der Organisation Tranparency Internationale (TI) hervor, das am Donnerstag vorgestellt wurde.

“Viel zu oft müssen Menschen Teile ihres hart verdienten Geldes für Leistungen aufbringen, die eigentlich umsonst sein sollten”, sagte TI-Vorsitzende Huguette Labelle in Berlin. Dazu zähle in vielen Ländern beispielsweise der Zugang zu ärztlichen Leistungen.

Das Gesundheitswesen ist ein besonders anfälliges Gebiet für Betrug und Korruption. Das liegt einerseits an den enormen Geldmitteln, die weltweit darin umgesetzt werden. Andererseits sind auch die Komplexität, der hohe Grad an Intransparenz und die Vielzahl der Akteure, die in diesen Bereich involviert sind, dafür verantwortlich. Auch die Trennung zwischen Konsumenten und Zahlern macht das System anfälliger für Absprachen auf Kosten Dritter.

Betrug oder Kavaliersdelikt?

Im Europa-Vergleich ist Korruption in der österreichischen Bevölkerung kein großes Thema. “Das liegt daran, dass vieles nicht als Korruption wahrgenommen wird. Wir müssen von der Meinung wegkommen, dass Korruption ein Kavaliersdelikt ist”, sagte Eva Geiblinger, Vorsitzende von TI Österreich.

“Besonders anfällig”
“Der Gesundheitsbereich ist für Schmiergeld besonders anfällig”, versicherte Geiblinger. Pharmakonzerne würden ihre Produkte teils mit unlauteren Mitteln in den Markt einführen, dazu komme die Umgehung von Wartelisten bei Operationen durch den Gang in die Privatpraxis des entsprechenden Chirurgen.

“Das Problem ist, dass es hier nicht nur ums Geld geht, sondern auch um die Qualität der Versorgung”, erklärte Andrea Fried, Leiterin der Arbeitsgruppe von TI Austria.

“Kuvertmedizin” – “Klassenmedizin”
Hinter vorgehaltener Hand weiß aber fast jeder Bürger von Beispielen zu berichten, die zumindest ethisch fragwürdig sind, heißt es bei TI Österreich. Dazu gehört unter anderem die weit verbreitete Praxis der “Kuvertmedizin”, mit der man auch hierzulande eine bessere oder schnellere Behandlung gegen (unversteuertes) Bargeld erkaufen kann.

Alle kennen das korrupte System, aber keiner tut etwas dagegen – vor allem nicht die Politik, sagt der Arzt, Ex-Pflegeombudsmann und Transparency-International-Beirat Werner Vogt. Sein Beispiel: Wartelisten in den Spitälern: “Wenn die ganze Bevölkerung weiß, dass es zu bestimmten medizinischen Leistungen Wartelisten gibt und jemand auch weiß, wie er die umgehen kann nämlich dass er ins Oberarztordinatiönchen geht oder ins Primararztordinaziönchen geht und dort eine bestimmte Summe hinterlegt, und dann überholt er alle in der Wartschlange, so ist das eiskalt nichts anderes als Korruption.”

Auch dass führende Ärzte, die in öffentlichen Spitälern arbeiten, zugleich für Privatsanatorien tätig sind, sei Korruption. Niemand kontrolliere, wann ein Arzt “drinnen ist oder draußen” und die Politik schütze das. Das sei Klassenmedizin, die strukturell unterbunden werden müsse, so Vogt.

Eine bestimmte Summe zu hinterlegen und dann alle in der Wartschlange zu überholen sei “eiskalt nichts anderes als Korruption”. In Österreich mangle es aber an einer kritischen Öffentlichkeit, so Voigt – mehr dazu in oe1.ORF.at.

Maßnahmen präsentiert
Die Arbeitsgruppe präsentierte ein neun Punkte umfassendes Forderungsprogramm, das unter anderem die Einrichtung einer unabhängigen, weisungsfreien Antikorruptionsstelle im Gesundheitswesen, strengere Kontrolle von Nebenbeschäftigungen sowie transparente Wartelisten für Operationen beinhaltet.

9 Punkte Forderungs-Programm:

1. Einrichtung einer weisungsfreien, unabhängigen Antikorruptionsstelle im Gesundheitswesen zur Prävention und Kontrolle.
2. Transparenz über Besetzung, Conflicts of Interest, Entscheidungsprozesse und Ergebnisse in den Beratungsgremien der öffentlichen Entscheidungsträger.
3. Strenge Regelungen für und konsequente Kontrolle von Nebenbeschäftigungen sowie transparente Abrechnung und Verteilung von Sonderklassehonoraren.
4. Transparente Wartelisten für Operationen, konservative Therapien und diagnostische Leistungen.
5. Strenge Kontrollen der Einhaltung von Vergabevorschriften für Einkauf und Großaufträge in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen. Siehe dazu auch den allgemeinen Forderungskatalog von TI-AC (www.ti-austria.at).
6. Verbindliche Vorgaben zur Vermeidung von Interessenskonflikten zwischen Leistungserbringern und Industrie sowie die konsequente Verfolgung von Übertretungen. Besonderes Augenmerk ist dabei den Bereichen der medizinischen Forschung sowie der Fort- und Weiterbildung zu schenken.
7. Keine Lockerung des Laienwerbeverbots für rezeptpflichtige Medikamente.
8. Maßnahmen zur Verhinderung von Missbrauch des Systems durch Versicherte und Unternehmen.
9. Aufbau eines anonymen Meldesystems für Korruptionsfälle im Gesundheitswesen.

Audio: Ö1 – Mittagsjournal

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