In Kanada ist offenbar erneut ein Mann nach dem Einsatz von Elektroschock-Pistolen durch die Polizei gestorben. Der 36-Jährige Robert Knipstrom sei am Samstag in einem Krankenhaus in der Provinz British Columbia gestorben, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Erst im vergangenen Monat war ein 40-jähriger Pole gestorben, nachdem die kanadische Polizei ihn auf dem Flughafen von Vancouver mit einem “Taser” betäubt hatte. Am Donnerstag gab es einen weiteren Todesfall in Montreal nach dem Einsatz einer Betäubungspistole.

Taser-Todes-Video aus Vancouver: http://www.cbsnews.com/

Kanadas Polizei im Zwielicht
Die Taser und ihr Gebrauch durch die kanadische Polizei kommen damit immer mehr ins Zwielicht. Jener Mann, der am Donnerstag starb, wurde etwa nach dem Taser-Einsatz medizinisch untersucht und wieder in eine normale Gefängniszelle überstellt. 30 Stunden später war er tot.

Der Fall des polnischen Einwanderers Robert Dziekanski im Vormonat wurde überhaupt nur bekannt, weil jemand den Vorfall mitgefilmt hatte. Dziekanski musste offenbar nur deswegen sterben, weil er kein Englisch konnte und deshalb die Anordnungen der Polizisten nicht verstand.

Für UNO eine “Form von Folter”
Erst am Freitag hatte der UNO-Ausschuss gegen Folter den Einsatz von Tasern verurteilt. Ihr Gebrauch sei eine “Form von Folter”. Die österreichische Exekutive ist seit 2006 mit den Waffen ausgestattet, sie kommen immer wieder zum Einsatz.


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Klares Urteil der Experten
Die Kommission lehnt den Einsatz von Tasern durch Polizisten eindeutig ab.
Unmittelbar vor dem jüngsten Vorfall, bei dem in Kanada ein Mann nach dem Einsatz eines Tasers gestorben ist, hat der UNO-Ausschuss gegen Folter den Einsatz der Elektroschock-Pistolen scharf verurteilt. Der Ausschuss überwacht die Einhaltung der Anti-Folter-Konvention der Vereinten Nationen.
Der Einsatz von Tasern sei eine “Form von Folter”,
erklärten die zehn unabhängigen Experten am Freitag in einem Gutachten für die portugiesische Regierung, die die umstrittenen Elektroschocker für mehrere Polizeieinheiten angeschafft hat.

“Akute Schmerzen” und Tod
Die Taser lösten “akute Schmerzen” aus und führten in Einzelfällen auch zum Tod, wie “zuverlässige Studien und jüngste Fälle in der Praxis” gezeigt hätten, so das Gutachten weiter. Die Experten empfehlen der Regierung in Lissabon ausdrücklich, auf den Gebrauch von Tasern zu verzichten.

Besonders perfide
Als Folterinstrument sind die Elektroschocker besonders perfide, da es laut Nowak für die “moderne Folterpraxis” wichtig sei, “dass Ärzte, forensische Experten nicht auch nach zwei Wochen noch feststellen können, dass jemand wirklich gefoltert wurde”.

Laut dem Magazinbericht ist Deutschland nach den USA der zweitgrößte Exporteur von Tasern weltweit. In vielen Ländern – etwa Großbritannien, den Benelux-Staaten und in Skandinavien – ist der Import, Export und Verkauf der Geräte untersagt oder nur unter strikten Auflagen möglich.

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50.000-Volt-Schüsse
In einer zweitägigen Schulung lernen die Polizisten, den Taser nicht mit ihrer Pistole zu verwechseln.
Seit Anfang 2006 ist die österreichische Polizei mit Tasern ausgestattet
Schon davor waren die Elektroschock-Pistolen bei der Justizwache im versuchsweisen Gebrauch. Im Juli 2006 wurde die Waffe erstmals gegen einen Verdächtigen bei einem Einbruch eingesetzt.

Seither kommt es immer wieder zum Einsatz der rund 1.300 Euro teuren Taser. Die Sondereinheiten Cobra und WEGA, die Polizeianhaltezentren sowie die Einsatzgruppen zur Bekämpfung der Straßenkriminalität sind mit insgesamt 200 Stück ausgerüstet.

Mini-Harpunen
Die Geräte verfügen über wechselbare Aufsätze, die mittels komprimierten Stickstoffs zwei kleine Kontaktelektroden bis zu sieben Meter weit verschießen können. Die Harpunen bleiben mit der Waffe durch feine isolierte Kupferfäden verbunden.

Wenn die Harpunen den Angegriffenen treffen, überträgt das Gerät elektrische Impulse mit 50.000 Volt Spannung auf den Körper. Selbst dicke Kleidung kann die Wirkung nicht abschwächen, da die Elektroden sich bis zu fünf Zentimeter tief in ihr Ziel bohren.

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